Textproben aus: Die andere Seite des Mondes



Das passiert --- und noch viel mehr


Deviator Oraus Aushilfe Diamantenhöhle
Ein Deviator Oraus als Tuareg-Krieger Helfer von der Feuerrad-Galaxie Die Diamantengrotte
    In einer ausgedehnten Kaverne, viel größer als der Hangar für einen Jumbojet, hatte Bambang das Kommando. Streng genommen war er nur der Helfer des Lunatikers Papaus, aber den bekam er oft wochenlang nicht zu Gesicht.
    Bambang war ein Mensch, ein Junge etwa im gleichen Alter wie Jonas. Er hatte glattes, schwarzglänzendes Haar, braune Augen und eine Haut, deren Farbe irgendwo zwischen Milchkaffee und Honig lag. Bambang stammte aus Indonesien, von der Insel Bali, und er war gern hier, auf dem Mond, zumindest zur gegenwärtigen Zeit.
    Er schob seinen Trolley einige Schritte weiter und füllte die nächsten vier oder fünf Näpfchen mit einer hellgrünen, gel-artigen Substanz. Die Deviatoren drängelten sich nach ihrer Nahrung, aber zuerst ließ sich ein jeder von Bambang die Nase kraulen. „Ja, ist schon gut," redete er in einem beruhigenden Singsang auf sie ein, im gleichen Ton, den er auch daheim für die Drachen verwendete. „Fresst euch nur satt, ihr müsst stark werden, bald bekommt ihr ein schweres Stück Arbeit."
    Sonderbare Kreaturen waren das, diese Deviatoren. Sie hatten die Form eines T mit einem ziemlich kurzen Fuß und einem breit ausladenden, wulstigen Dach. Hier, in ihrem Terrarium, bewegten sie sich auf kurzen, krummen Beinen und hatten Mühe, den übergroßen Kopf über den Boden zu schleifen. Daran waren vor allem die Düsentriebwerke schuld, die den größten Teil des Querbalkens einnahmen. Wurden sie aber losgelassen, dann entfalteten sie eine unvorstellbare Beweglichkeit. Die wichtigste Eigenschaft der Deviatoren war ihre unglaubliche Kraft. Jeder von ihnen konnte die tausendfache Masse seines eigenen Körpers bewegen. Gegen ein gutes Deviatorenteam hatte auch ein mittelgroßer Asteroid keine Chance. Er wurde einfach aus seiner Bahn gedrängt und in die Endlosigkeit des Weltalls zurückgejagt.



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    Halimah war das schönste Mädchen, das Jonas je gesehen hatte. Beinahe einen Kopf größer als er, das dunkle Gesicht von zwei schwarzen Zöpfen eingerahmt, mit großen, brombeerfarbigen Augen.
    Als sie noch keine drei Jahre alt war, hatten ihre Eltern sie an einen Sklavenhändler verkauft. Mit vielen anderen Kindern wurde sie auf einen Lastwagen gepackt. So entgingen sie dem Hungertod, der in den Dörfern wütete, fuhren aber einen ungewissen Schicksal entgegen, viele Tage lang. Es gab wenig zu trinken und kaum etwas zu essen. Ab und zu wurden sie auf einem Markt in einem Käfig zur Schau gestellt, danach waren es wieder ein paar weniger, die auf den Lastwagen geschubst wurden. Halimah konnte sich an jene Zeit kaum noch erinnern. Sie wusste nur noch, dass sie eine der letzten war, die weiterverkauft wurden. Der Händler verlangte für sie einen besonders hohen Preis. Nach tagelanger, staubdurstiger Rüttelfahrt durch Wüste, Sand und wieder Sand, zahlte in einer großen Oase die Frau des Stammesoberhaupts endlich den verlangten Preis. Halimah hatte Glück. Sie wurde nie geschlagen, bekam ausreichend zu essen und wuchs im Garten des Sheiks auf. Unter Anleitung einer alten Frau lernte sie, die Rosen zu gießen, zu schneiden und zur prächtigsten Blüte zu bringen. Als die Alte starb, blieben ihr die Rosen als einzige Freundinnen, abgesehen von Yandina. Sie sprachen zu ihr, sie blühten für sie, und bald war Halimah berühmt in der Oase, bei den Nachbarstämmen und über die Grenzen des Landes hinaus. Halimah, die Mutter der Pflanzen.
    „Aber wie bist du auf den Mond gekommen?", wollte Jonas wissen.
    „Ich weiß nicht genau. Eines Tages war ich hier, mitten im Treibhaus. Ein Mann, der aussah wie ein Targi, ein Krieger der Tuareg, sagte, sein Name sei Oraus und fragte mich, ob ich die Plantage für das Damoklausprojekt betreuen wolle. Er hat mir Gold und die Freiheit versprochen, wenn alles vorüber ist."


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    Yandina sah mit einem kurzen Blick, dass noch einige Brüder mehr anwesend waren als bei ihrem letzten Besuch. Auch Gigantaus war da, nicht der klügste, aber zweifellos der stärkste von ihnen. Man sagte, als ganz junger Ergolaner sei er einmal in einen Behälter mit Roter-Riesen-Energie gefallen. Yandina tauschte mit allen ein paar freundliche Informationen aus und näherte sich dabei unauffällig Gigantaus. Er war wohl der Einzige, der nicht an irgendeinem Energiecocktail nippte oder an etwas knabberte.
    "Bruder Gigantaus, ich möchte dich, als obersten Kapitän der Gastarbeiter, um deine Hilfe bitten."
    Es kam nicht oft vor, dass Gigantaus um etwas gebeten wurde. Meistens hieß es nur mach dies, veranlasse das und er hatte die Befehle, die immer nur Vorschläge hießen, auszuführen. Aber selbst ein Ergolaner reagiert besser auf eine freundliche Bitte. Yandina erklärte ihr Anliegen.
    "Ich glaube nicht, dass die Arbeiter vom Sombreronebel diese Aufgabe gut erledigen können. Sie besitzen nicht die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen. Aber in der Schenke sitzen zwei Typen, die sind stark, flink und intelligent. Sie kommen von der Südlichen Feuerradgalaxie und sind hier nur für ein paar hunderttausend Jahre, um sich genug Energie für die Weiterreise zu verdienen. Ich schicke sie meistens los, wenn es irgendwo Probleme gibt."
    Die beiden Fremdlinge hielten sich nicht mitten unter den Sombreros auf, sondern eher am Rande. Jeder hatte eine große Portion von weißglühendem Lavamat vor sich, und mit einer Klaue spielten sie nebenbei eine Art Weltraumpoker. In ihrer Form erinnerten sie an ein irdisches Wappentier, den Doppeladler, der mit zwei Köpfen auf langen Hälsen in alle Richtungen blicken kann. Yandina erklärte ihr Vorhaben, gab jedem ein kleines Bündel konzentrierter Energie als Handgeld und nannte ihnen Ort und Zeit der Zusammenkunft.


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   Lesermeinungen

   Muss ich haben/verschenken
    Es wurde Licht. Nicht auf einen Schlag, als würde ein Schalter umgelegt. Der Übergang von Nicht-Licht zu Licht geschah so unmerklich wie der Wechsel von Nacht zu Tag. Am Ende herrschte eine Helligkeit wie unter einem bewölkten Sommerhimmel. Jetzt konnte man auch die Decke der Höhle sehen, aber sie war so weit entfernt wie der Gipfel eines Berges. Wo die Decke in die Wand überging und wo die Wand dann zum Boden wurde, das ließ sich von hier aus nicht einmal erahnen.
    "Eine Simulation in den Dimensionen, die hier benötigt werden, verlangt sehr viel Energie", kam Kokaus' Stimme aus dem Off, als wäre er der unsichtbare Sprecher in einem Film. "Dazu brauche ich eure Hilfe. Ihr müsst Steine aus der Wand brechen und sie zu einem kleinen Hügel aufschichten. Gewöhnlich stehen mir für solche Arbeiten genügend Roboter zu Verfügung, aber ihr wisst ja ...", er ließ den Satz unvollendet.
    Arianaus ging zu der Kristallwand hinüber, Jonas folgte ihm auf den Fersen. Es lagen einige kleine Brocken auf dem Boden, aber das reichte nicht aus. Während Jonas die losen Stücke einsammelte und sie nach Kokaus' Instruktionen zur Basis eines Meilers zusammensetzte, suchte sein Vater in der Wand nach locker sitzenden Kristallen. Tatsächlich brach ein großer Kristall heraus und riss viele kleinere Brocken mit sich. Bald hatten sie mehrere Spalten freigelegt, an denen sie ähnlich verfahren konnten. Jonas schichtete dann sorgfältig Stein auf Stein. Als der Hügel beinahe so hoch war wie er selber, war Kokaus zufrieden. Der Vater brachte noch den größten Kristall und setzte ihn als Spitze auf die Pyramide. Er war größer als ein Fußball, und seine vielen Kanten und Ecken funkelten märchenhaft selbst in dem gleichförmigen Licht der Höhle.
    "Ich wüsste nur zu gern, was das für ein Mineral ist", murmelte Arianaus. "Es ist härter als jeder Quarz, den ich kenne."
    Völlig ungerührt klärte ihn Kokaus auf. "Es sind Diamanten. Ich werde ihre Energie extrahieren und daraus ein Trainings-Hologramm zusammenfügen. Es muss sehr groß werden, größer als diese Höhle."
    "Siehst du, Dad, ich hab' gewusst, dass es Diamanten sind", freute sich Jonas. Es ist immer besonders schön, wenn man etwas besser weiß als der eigene Vater.
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