Der Autor



C. Harry Kahn


C. Harry Kahn

Nach seinem Literaturstudium in München und Montpellier war C. Harry Kahn als Leiter von 8 Goethe-Instituten auf 4 Kontinenten tätig. In dieser Funktion organisierte er zahlreiche Kulturveranstaltungen mit namhaften deutschen und einheimischen Künstlern und Gelehrten aller Disziplinen. Besonders stimulierend fand er die Begegnungen und Gespräche mit Schriftstellern, und eines Tages beschloss er, aus seiner Liebhaberei, dem Geschichtenerzählen, einen Beruf zu machen.

Es gibt so viele Dinge, Situationen, Ereignisse, an denen die Menschen vorbeileben, ohne sich ihrer bewusst zu werden. Kahn sammelt diese Puzzlestücke und fügt sie zu neuen Bildern zusammen. Die fehlenden Teile füllt er mit eigenen Ideen. Harry, der Hundedetektiv, Marco, der Zeitreisende und Jonas, Astronautensohn und Weltraumfahrer wider Willen sind die Helden seiner Bücher.

Begonnen hat Kahn mit Geschichten für Jugendliche, in denen zwischen den abenteuerlichen Episoden immer wieder wissenswerte Informationen eingestreut sind. Die Themen reichen von den Entdeckungsreisen seit Columbus bis zu den heutigen und zukünftigen Weltraumfahrten. Eines Tages begegnete er dem possierlichen Terrier Harry, und so entstand beinahe durch Zufall die humorvolle Krimireihe, die überwiegend im kanadischen Vancouver spielt, mit Abstechern nach München, Berlin und Neapel. Harry tritt darin als Wiedergeburt von Sherlock Holmes auf, und sein Herr als Dr. Watson. Ganz neu ist Cody, der intragalaktische Superagent "mit der Lizenz zu töten". Wir werden ihm sicher noch öfters begegnen.

In seinen Krimis beschreibt er Menschen, Orte und Ereignisse, mit denen er im Lauf der Jahre zu tun hatte, meist humorvoll und mit einer guten Prise Ironie. Bei der Arbeit an seinen Jugendbüchern hat C. Harry Kahn Spaß an Science Fiction gefunden — wenn er auch mehr als sieben Tage braucht, um eine neue Welt zu erschaffen.



C. Harry Kahn ist Mitglied im "SYNDIKAT, Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur".
Er lebt wechselweise in München, Austragungsort der Fußball-WM 2006,
und in Vancouver, Stadt der Olympischen Winterspiele 2010.
In diesen beiden Städten und um diese beiden Großereignisse spielen auch zwei seiner Harry-und-Watson-Krimis.

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Die Leseprobe des Monats ... nur für dich und andere Fans.

     Aus meinem Krimi    Wenn bei Capri ...      (demnächst im Schardt Verlag)


Marina Grande

1. Sally
   Von hinten drängen sie zum Ausgang, schieben, pressen, als stünde das Schiff in Flammen. Dabei haben wir noch nicht einmal die Hafeneinfahrt passiert, und es wird noch eine ganze Weile dauern, bis wir festen Boden unter die Füße bekommen. Warum mache ich das eigentlich mit? Ich habe zehn Tage Zeit für Capri. Aber da stehe ich eingezwängt, die schwere Kameratasche über der Schulter, den grauen Rollkoffer an der Hand, der mir auf allen Wegen wie der beste Freund des Menschen folgt, und warte, dass wir endlich anlegen. Dabei war die überfahrt ausgesprochen angenehm, und der Anblick der Marina Grande straft alle bekannten Bilder Lügen. Keine Fotografie der Welt vermag diese Atmosphäre wiederzugeben: Die ins Gelbliche driftende Nachmittagssonne, das Leuchten des roten Palazzo mit den vier großen Bogenfenstern, die Geschäftigkeit vor den Läden und Cafés der Marina. Ich muss mich daran versuchen und weiß schon jetzt, dass ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein werde.
   Mit einem sanften, kaum fühlbaren Ruck legt unsere Fähre an. Das Geschiebe wird noch stärker, in gewisser Weise persönlicher. Vorsorglich lasse ich meinen Koffer los, konzentriere meine Sinne auf sanft gleitende Fingerspitzen, die den Eingang zu einer Tasche suchen. Zweimal sind mir in Neapel, in übervollen Bussen, Geld und Kreditkarten abbanden gekommen. Ein drittes Mal wird es nicht geben. Die Attacke kommt trotzdem unerwartet, nicht diskret und verstohlen. Unsanft und besitzergreifend umkrallt jemand von hinten meinen Busen. Mein Ellbogen schießt nach oben und stellt einen schmerzhaften Kontakt her. Wir beide stoßen einen Laut aus. Ich wende den Kopf und blicke direkt auf eine Hand, die versucht, ein Kinn und den Rest eines schwarzen Wuschelkopfes zusammenzuhalten. Ein kleiner Blutfaden rinnt aus der Unterlippe übers Kinn; der junge Mann hat sich offenbar auf die Zunge gebissen. Das tut weh, und es geschieht ihm recht. "Scusa!" sage ich ganz automatisch und gar nicht ironisch gemeint, denn bei uns zu Hause entschuldigt man sich für alles und jedes, etwa wenn man sich auf das noch freie Ende einer Parkbank setzt oder bei Starbucks nicht schnell genug den Platz an der Kasse räumt. "Puttana" brabbelt er zwischen den Zähnen durch. "Stronzo", gifte ich zurück. Irgendwann ist Schluss mit der Höflichkeit.
   Vorne lichtet sich die Menge, ich taste wieder nach meinem Koffergriff. "Ihr Italienisch ist so passend wie Ihre Verteidigung, Signora", bemerkt der ältere Herr zu meiner Linken auf Englisch. "Mein Name ist Ferdinand Kopf. Erlauben Sie, dass ich Sie zu Ihrer Sicherheit ein kleines Stück begleite. Der junge Mann ist der Sohn eines einflussreichen Mafioso."
   Ich erlaube es ihm nicht ausdrücklich, aber sein Angebot kommt mir ganz gelegen. Er könnte mich kaum gegen einen wütenden Angreifer verteidigen, doch ist er bestimmt kein Grapscher und seine Anwesenheit eine psychologische Stütze.
   "Ich bin Sally Potter, und Sie haben bereits meinen kompletten italienischen Wortschatz vernommen". Inmitten der hastenden Menge steuern wir auf die Haltestelle am Ende der Mole zu. Mein Kofferhündchen poltert über das raue Pflaster; mein Beschützer trägt nur eine schwarze Aktentasche, Bugatti, ziemlich teuer. Er kleidet sich auch ganz formell, hoher Beamter vielleicht: Anzug, leicht rosa getöntes Hemd, Seidenkrawatte von Luigi di Bartolomeo. Keine Ringe an den Händen, auch sonst keine sichtbaren Verzierungen. Mir scheint, er hat das nicht nötig.




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